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Arbeitszufriedenheit
„Beschäftigte sind wenig motiviert“
Die Arbeitskraft, nur noch Fassade
 
14. Januar 2009
Knapp 90 Prozent der Beschäftigten fühlen sich ihrem Unternehmen nicht verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Umfrage des Gallup-Instituts, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Demnach sind nur 13 Prozent der Arbeitnehmer mit Engagement bei der Sache, 67 Prozent machen Dienst nach Vorschrift, 20 Prozent haben schon innerlich gekündigt. Die Werte variierten in den vergangenen Jahren nur geringfügig. Nur 2001, im ersten Jahr der Umfrage, war der Anteil der Engagierten mit 16 Prozent etwas höher als der Anteil der Frustrierten mit 15 Prozent. Gallup fragt für die Studie zwölf Aussagen zu Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld ab. An der diesjährigen Erhebung beteiligten sich knapp 1900 Arbeitnehmer, die zwischen Oktober und November befragt wurden.
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"Im internationalen Vergleich belegt Deutschland nur einen Platz im unteren Mittelfeld“, sagte Marco Nink, Berater von Gallup Deutschland. "In Großbritannien haben 20 Prozent der Arbeitnehmer eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen, in Amerika sogar 29 Prozent.“ In Frankreich und Japan sei der Anteil emotional hoch gebundener Mitarbeiter mit 12 Prozent beziehungsweise 7 Prozent hingegen noch geringer als in Deutschland.
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Andere Institute, andere Zahlen
Allerdings veröffentlichen andere Institute abweichende Ergebnisse, wie das "Personalmagazin" in seiner Online-Ausgabe berichtet. Laut der Studie zum Mitarbeiterengagement der Psychonomics AG seien im Vergleichsjahr 2007 31 Prozent der Arbeitnehmer in ihrem Job aktiv engagiert. 14 Prozent zählen zum desinteressierten Typ. Towers Perrin spricht in der Studie "Global Workforce 2008" von 17 Prozent hoch Engagierten. Weitere 47 Prozent seien moderat engagiert.
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Gallup kommt zu dem Schluss, dass die Folgen für die Unternehmen erheblich seien. Unmotivierte Beschäftigte fehlten bis zu vier Tage mehr im Jahr als engagierte Mitarbeiter. Einem Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern entstünden dadurch jährliche Mehrkosten von 485.000 Euro. Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich für Deutschland nach den Berechnungen auf eine Summe zwischen 81 und 109 Milliarden Euro im Jahr. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeige, dass weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung der Konjunktur zu nennenswerten Verschiebungen geführt habe.
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Im internationalen Vergleich belege Deutschland mit 13 Prozent einen Platz im unteren Mittelfeld. In den Vereinigten Staaten hätten 29 Prozent der Arbeitnehmer eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen, in Japan seien es dagegen lediglich sieben Prozent. Beschäftigte mit geringer oder ohne emotionale Bindung fehlten öfter als emotional hoch gebundene Mitarbeiter.
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Gallup begründet den geringen Anteil hoch engagierter Arbeitnehmer in Deutschland mit Fehlern in der Personalführung. Viele Beschäftigte bemängelten, dass sie zu wenig Anerkennung erhielten oder ihre Meinung im Unternehmen nicht gehört werde. Zahlreiche Arbeitnehmer haben nach eigenen Angaben einen Posten, der ihnen nicht liegt.
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Kritik an Verallgemeinerungen
Im Gespräch mit dem Personalmagazin kritisierte Professor Heinz Schüpbach, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Universität Freiburg, verallgemeinernde Aussagen der Studie: "Verabsolutierungen, also zu sagen, so hoch ist das Mitarbeiterengagement, halte ich für gefährlich." Außerdem seien die unterschiedlichen Werte auf verschiedene Skalierungen zurückzuführen. Gerade der Versuch von Gallup, einen volkswirtschaftlichen Schaden zu beziffern, sei deshalb kritisch zu bewerten.
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loe./tor., F.A.Z.
F.A.Z. - Tresckow
 
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