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Private Equity
Asiaten machen künftig das Geschäft
Von Holger Paul
 
04. November 2009
Den europäischen und amerikanischen Beteiligungsgesellschaften (Private Equity) erwächst eine immer stärkere Konkurrenz in Asien um Investorengelder. Schon in wenigen Jahren werde der asiatische Private-Equity-Markt dasselbe Gewicht haben wie der amerikanische, prognostiziert die Schweizer Dachfondsgesellschaft Adveq, die zu den großen Investoren in der Branche gehört.
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Im Segment der kleineren und mittelgroßen Firmenübernahmen sei in den vergangenen beiden Jahren schon genau so viel Geld aus den Kassen der institutionellen Investoren nach Asien geflossen wie nach Amerika oder Europa, sagte Bruno Raschle, der Vorstandsvorsitzende von Adveq Management, während eines Pressegesprächs.
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Asiatische Manager machen immer mehr Geschäft
Lediglich der Markt der Großübernahmen ("large buy-outs") sei noch vom Westen dominiert. Auch gebe es insbesondere in China noch Restriktionen in der Beschaffung von Fremdkapital. "Da ist Asien noch nicht mit Amerika oder Europa vergleichbar, aber das wird kommen", sagte Raschle. Die Professionalisierung des asiatischen Private-Equity-Marktes finde auch auf anderen Ebenen statt.
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Heute gebe es in Asien etwa 1000 Private-Equity-Manager, von denen rund 100 international zu den Besten der Zunft gehörten. "Diese neue Generation von Fondsmanagern versteht die Anforderungen der internationalen Investoren sehr gut. Und sie konkurriert mit den Beteiligungsgesellschaften aus Amerika und Europa um dasselbe Geld", sagte Raschle. Die Folge sei, dass die Private-Equity-Branche in den westlichen Industrieländern wohl deutlich schrumpfen werde, warnte er. "Und das wird entsprechenden Druck auch auf Anwaltskanzleien, Rechnungsprüfer und Investmentbanker haben."
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Die große Kapitalvernichtung
Abgesehen vom steigenden Konkurrenzdruck aus Asien kämpfen die westlichen Beteiligungsgesellschaften derzeit mit den Folgen der teuren Firmenübernahmen aus den Jahren 2006 und 2007, bei denen besonders viel Fremdkapital eingesetzt wurde. Wie viele dieser Übernahmen abgeschrieben werden müssen, werde sich spätestens in drei bis vier Jahren zeigen, wenn diese Schulden abgelöst werden müssten.
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Zum Teil sei der Refinanzierungsprozess auch schon im Gange, erläuterte Adveq-Geschäftsführer Peter Laib. Vereinzelt werde ein Private-Equity-Haus diese Beteiligungen mit einem kleinen Gewinn oder zumindest zum Einstandspreis wieder verkaufen können. "Im Schnitt wird es bei den großen Übernahmen aus den Jahren 2006 und 2007 aber zu einer Kapitalvernichtung kommen. Das wird für die Investoren keine erfreuliche Angelegenheit", sagte Laib. Da viele Investoren zudem schon jetzt auf Geldrückflüsse drängten, seien die Private-Equity-Gesellschaften gezwungen, manche ihrer Beteiligungen nun rasch zu verkaufen, "zum Teil zu einem Bruchteil ihres ursprünglichen Werts".
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Unzufrieden vor allem mit großen Transaktionen
Trotz all dieser Probleme bleibe das Vertrauen der Geldgeber in die Anlageklasse Private Equity jedoch hoch. "Die Investoren sind mit der Branche immer noch sehr zufrieden, auch wenn ein Viertel von ihnen inzwischen angibt, dass Private Equity die anvisierten Ziele nicht erreicht hat", sagte Laib. Die Unzufriedenheit konzentriere sich aber in erster Linie auf das "large buy-out"-Segment. Laut einer neuen Umfrage erwarteten rund zwei Drittel der Investoren, dass Private Equity auch nach Abzug aller Gebühren immer noch eine Rendite abwerfe, die um 4 Prozentpunkte über dem Vergleichswert an den Aktienmärkten liege. "Und auch heute hat kein Investor eine Renditeerwartung an Private Equity von weniger als 10 Prozent", betonte Laib.
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Nach Ansicht der Adveq-Fachleute wird sich die leichte Markterholung des zweiten Halbjahres 2009 im Beteiligungsgeschäft auch im kommenden Jahr fortsetzen, so es nicht zu einem abermaligen Absturz der Finanzmärkte kommt. "Es gibt wieder mehr Transaktionen, weil es wieder eine bessere Prognosesicherheit für die Umsätze und Ergebnisse von Unternehmen gibt", erläuterte Laib. Auch das Auflegen neuer Fonds kommt allmählich wieder in Schwung. Im ersten Halbjahr wurden dafür rund 65 Milliarden Dollar neu eingesammelt, für das Gesamtjahr 2009 wird ein Wert von mehr als 150 Milliarden Dollar erwartet. Der Rekord lag 2007 bei mehr als 350 Milliarden Dollar.
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Adveq verwaltet aktuell in 15 Dachfonds rund 4 Milliarden Dollar, was wechselkursbereinigt einem prozentual zweistelligen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr entspreche, sagte Raschle. "Wir haben dem Finanzkrisensturm gut getrotzt, haben keinen Investor verloren und bekommen nach wie vor Geld, müssen aber etwas mehr dafür arbeiten", sagte er. Über die Wertentwicklung der eigenen Dachfonds machte er keine Angaben.
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F.A.Z.
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