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Edelmetalle
Goldmarkt fordert mit Rekordpreis die Fed heraus
Gold wird für Dollaranleger immer teurer
 
04. November 2009
Der Goldpreis kennt im Vorfeld der amerikanischen Leitzinsentscheidung am Mittwoch nur eine Richtung: Er wird höher und höher. Am Mittwoch erreicht er mit knapp 1.095 Dollar je Feinunze im schon seit dem Jahr 2001 bestehenden Aufwärtstrend zumindest in amerikanischer Währung und nominal ein frisches Allzeithoch.
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Diese Entwicklung wird nach Ansicht von Marktteilnehmern einerseits ausgelöst durch die Phantasie, die von der indischen Zentralbank ausgelöst wurde. Sie hat dem Internationalen Währungsfonds vor wenigen Tagen 200 Tonnen des edlen Metalls abgekauft. Das führt kurzfristig zu einer Verstärkung der längst latent vorhandenen Spekulationen, andere Zentralbanken könnten dem Beispiel Indiens folgen und einen größeren Teil ihrer zum Teil hohen Währungsreserven in das gelbe Edelmetall investieren.
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Spekulative Eigendynamik
Spekulationen dieser Art haben in den vergangenen Monaten immer mehr Privatanleger in Fonds gelockt, die mit Gold unterlegt sind. Auf diese Weise entwickelt sich eine Eigendynamik: Je mehr Anleger in einem vergleichsweise engen Markt zukaufen, desto stärker wird der Trend, desto mehr wird darüber berichtet und spekuliert, was dafür die Ursache sein könnte und desto größer wird wiederum das Interesse der Anleger.
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Obwohl Gold keinerlei Dividende abwirft und obwohl Gold für große Teile der Industrie zu teuer geworden ist, entsteht so eine Aufwärtsbewegung, die sich alleine aus psychologischen Gründen selbst verstärkt. Im Hintergrund steht die Wirtschafts- und Finanzkrise, die Regierungen und Zentralbanken zu extremen Politiken verleitet hat. Die einen nehmen Schulden in bisher nicht gesehenem Ausmaß auf, um die Wirtschaft "zu stabilisieren", wie es so schön heißt. Dabei lässt der Blick auf die Vergangenheit Zweifel aufkommen, ob solche Strategien überhaupt etwas bewirken, abgesehen von kurzfristigen Strohfeuern. In Japan zumindest haben keynesianische Ausgabenprogramme in gigantischem Ausmaß nichts gebracht, außer einer Staatsverschuldung in riesigem Ausmaß.
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... entsteht durch Misstrauen in Fiskal- und Geldpolitik
Auch die Geldpolitik der Zentralbanken stößt auf große Skepsis. Sie haben die Zinsen extrem gesenkt, die Geldmengen dramatisch erhöht und manche sorgen durch den Kauf von Wertpapapieren zweifelhaften Wertes mit frisch gedrucktem Geld für eine Verzerrung der Preisbildung an den Kredit- und Rentenmärkten. So werden nicht nur die Sparer durch tiefe Zinsen enteignet, sondern sie werden aus Sorge über die mittel- und langfristigen Folgen - inflationäre Tendenzen, wo auch immer sie sich zeigen mögen und steigende Abgabenbelastungen - dieser Politik und mangels Alternativen förmlich in spekulative Anlageformen getrieben.
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Das heißt, steigende Vermögenspreise, wie sie am Aktienmarkt und an den Energie- und Rohstoffmärkten zu beobachten sind, stellen im Kern nichts anderes als das Misstrauen in die wirtschafts- und geldpolitischen Strategien dar. Das gilt vor allem an einem Tag, an welchem die amerikanische Zentralbank über die weitere Geldpolitik entscheidet. Immerhin wird sie für die Kreditkrise mitverantwortlich gemacht, da sie in der Vergangenheit mit zu niedrigen Zinsen, zu hohen Geldmengen, zu laxer Regulierung und nicht zuletzt durch das Ignorieren von Vermögenspreisblasen in sie hineingeführt habe.
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Das Misstrauen hat seinen Kern in der Beobachtung, dass die Krise mit einem Übermaß jener Mittel gelöst werden soll, die sie mitverursacht habe. Aus diesem Grund ist nicht ausgeschlossen, dass der Goldpreis deutlich weiter nach oben laufen wird, sollten diese Strategien nicht modifiziert werden. Kritisch wird es allerdings, sobald die Goldkäufer wieder verkaufen wollen. Denn dann ist ein Preisverfall, wie er im vergangenen Jahr bei anderen Rohstoffen zu beobachten war, möglich.
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@cri
dpa, FAZ.NET
 
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