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IAA 2009 >
BMW Vision EfficientDynamics
Normverbrauch 3,8 Liter - Spitze 250 km/h
Von Boris Schmidt
Doch der Prototyp will nicht nur durch hohe Leistung bei extrem niedrigem Verbrauch beeindrucken
 
03. September 2009
BMW gehört mit seinen "EfficientDynamics"-Modellen zu den Vorreitern auf dem Automobilsektor, was das flottenübergreifende Kraftstoffsparen angeht. Ziel ist es jeweils, die bekannte BMW-Fahrfreude mit hoher Effizienz zu kombinieren. Und auf der IAA in Frankfurt soll neben dem neuen 320d EfficientDynamics ("sparsamster 3er aller Zeiten", Normverbrauch 4,1 Liter, Preis 33 000 Euro) sowie den Modellen Active-Hybrid X6 nebst ActiveHybrid 7, die schon bald zu kaufen sein werden, ein Prototyp für Furore sorgen, der alle bisher bekannten Parameter sprengt: Das Konzeptfahrzeug mit dem sperrigen Namen "Vision EfficientDynamics" besticht durch einen Normverbrauch von 3,76 Liter, kann aber auch bis zu 250 km/h (elektronisch abgeregelt) schnell sein.
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Der 2+2-Sitzer mit Flügeltüren ist ein Vollhybrid, dessen Verbrennungsmotor ein Dreizylinder-Turbodiesel mit nur 1,5 Liter Hubraum ist. Er alleine leistet 120 kW (163 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 290 Newtonmeter. Begleitet wird er von gleich zwei Elektromotoren, die jeweils an den Achsen sitzen, der Diesel ist mittig eingebaut. Eine Gesamtsystemleistung von 262 kW (356 PS) bei einem maximalen Gesamt-Drehmoment von 800 Nm ist möglich. Und in 4,8 Sekunden kann von 0 auf 100 km/h beschleunigt werden. Der Prototyp kann sowohl nur mit Diesel als auch nur elektrisch sowie durch eine Kombination der Antriebsquellen bewegt werden. Entweder fährt man mit Hinterradantrieb (der Diesel wirkt nur auf die Hinterachse) oder mit Allrad. Die Kraft des Verbrennungsmotors überträgt ein Doppelkupplungsgetriebe.
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Elektrische Energie wird in Lithium-Polymer-Zellen gespeichert
Der 2+2-Sitzer mit Flügeltüren ist ein Vollhybrid, dessen Verbrennungsmotor ein Dreizylinder-Turbodiesel mit nur 1,5 Liter Hubraum ist
Im vollelektrischen Betrieb sind Reichweiten bis zu 50 Kilometer möglich, die elektrische Energie wird in Lithium-Polymer-Zellen gespeichert, die zentral im Chassis untergebracht sind. Die Batterien wiegen nur 85 Kilo, sie werden entweder durch den Dieselmotor oder durch Bremsenergie-Rückgewinnung geladen. Außerdem können die Lithium-Polymer-Zellen an jeder konventionellen Steckdose gefüttert werden. Dann dauert ein Ladevorgang maximal 2,5 Stunden. Mit 380 Volt (statt 220) lässt sich das Stromfassen auf 45 Minuten verkürzen. Je nachdem, wie man rechnet, kommt man auf CO2-Emissionen zwischen 33 und 99 g/km, wobei sich die Angabe "99 g/km" auf den heutigen offiziellen Messzyklus, gefahren mit allen drei Motoren, bezieht.
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Doch der Prototyp will nicht nur durch hohe Leistung bei extrem niedrigem Verbrauch beeindrucken. Auch die Form soll faszinieren, was sie gewiss tut. Die Höhe des Konzeptfahrzeugs beträgt nur 1,24 Meter bei einer Länge von 4,60 Meter. In die gesamte Aerodynamik sei viel Knowhow aus der Formel 1 geflossen, teil BMW mit. So werde ein Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,22 erreicht. Zudem wird die Luftströmung des Fahrtwinds so geschickt gesteuert, dass die Lithium-Zellen nicht aktiv gekühlt werden müssen.
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Nahezu vollständig aus einem speziellen Polycarbonat-Glas
Je nachdem, wie man rechnet, kommt man auf CO2-Emissionen zwischen 33 und 99 g/km
Zu den weiteren Maßnahmen zur Optimierung des Verbrauchs gehören Leichtlaufreifen im ungewöhnlichen Format 195/55, und Chassis sowie Fahrwerk sind komplett aus Aluminium. Das Dach und die Außenschicht der Türen bestehen nahezu vollständig aus einem speziellen Polycarbonat-Glas, das sich je nach Lichteinfall automatisch abdunkelt.
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Dank der Leichtbaustrategie war man in der Lage, das Leergewicht trotz der aufwendigen Antriebstechnik auf knapp 1,4 Tonnen zu beschränken. Die Zuladung beträgt 445 Kilogramm, der Kofferraum hat ein Volumen von 150 Liter (zwei Golftaschen oder dergleichen), die Lehnen der beiden Fondsitze können umgelegt werden.
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Fahrer- und Beifahrersitz sind fest mit der Mittelkonsole verbunden
Eine Gesamtsystemleistung von 262 kW (356 PS) bei einem maximalen Gesamt-Drehmoment von 800 Nm ist möglich
Auch bei der Gestaltung des Innenraums sind die BMW-Ingenieure und -Designer neue Wege gegangen. Fahrer- und Beifahrersitz sind fest mit der Mittelkonsole verbunden, im Fond sind die im Boden verankerten Fauteuils scheinbar frei schwebend angeordnet. Die Informationen über die gefahrene Geschwindigkeit und andere wichtige Informationen werden in einem dreidimensionalen Head-up-Display dargestellt, zu den weiteren Innovationen im BMW-Prototyp gehört zum Beispiel ein vorausschauendes Energiemanagement. So wird bei einer bevorstehenden Autobahnfahrt die Kühlleistung reduziert, weil der kurzfristige Anstieg der Wassertemperatur später durch die höhere Geschwindigkeit wieder ausgeglichen werden kann. Auch solche Details helfen, Sprit zu sparen.
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Für BMW ist der Prototyp ein Sportwagen mit der Dynamik eines BMW-M-Automobils und den Verbrauchswerten eines modernen Kleinwagens. So eröffne man eine reizvolle Perspektive auf die individuelle Mobilität von morgen. Dennoch entstammten sämtliche Technologien, die im Konzeptfahrzeug verbaut sind, aus seriennahen Entwicklungsprozessen.
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