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VW setzt die Bluemotion-Offensive fort
Von Christian Bartsch
So groß und doch ein Sparkünstler: VW Passat Variant Bluemotion
 
04. November 2009
Für die Wolfsburger VW-Ingenieure sind Autos mit besonderer Knauserigkeit beim Spritverbrauch kein Neuland, doch stießen sie in den vergangenen Jahrzehnten bei den Käufern stets auf wenig Gegenliebe. Projekte wie die Formel E (1982 - damals schon mit Start/Stopp) und Fahrzeuge wie der Golf Ecomatic (1992) oder der Drei-Liter-Lupo (1999) konnten sich auf dem Markt nicht durchsetzen. Die Zeit war wohl dafür einfach noch nicht reif, obwohl die Autos insgesamt einen sehr guten Eindruck hinterließen.
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Mit dem vor zwei Jahren präsentierten Polo Bluemotion begann jedoch eine Entwicklung, die inzwischen durch astronomisch hohe Kraftstoffpreise massiv unterstützt wurde. Nun steht die Premiere der zweiten Polo-Bluemotion-Generation zu Beginn des kommenden Jahres vor der Tür, denn es erfuhr nicht nur der Polo als solcher eine gründliche Renovierung, auch der Motor ist völlig neu.
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Ein "abgeschnittener" 1,6-Liter-TDI
Ein vollwertiges, langstreckentaugliches Auto, das seinem Fahrer keine Beschränkungen auferlegt: Golf Bluemotion
Mit seinem Hubraum von 1,2 Litern bei drei Zylindern ist er ein "abgeschnittener" 1,6-Liter-TDI, er erhielt wie dieser eine Common-Rail-Einspritzung und die niedrige Verdichtung von 16,5. Dazu kamen die unauffällig, aber zuverlässig arbeitende Start-Stopp-Einrichtung und ein ganzes Paket von Maßnahmen am Auto, vom glatten Unterboden über weitere aerodynamische Korrekturen bis zu den Leichtlaufreifen. Mit einem Verbrauch von nur noch 3,3 Litern auf 100 Kilometer (87 g/km CO2) ist er gegenwärtig der absolute Sparmeister - und keineswegs untermotorisiert. 55 kW (75 PS) reichen für eine Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h und das Drehmoment von 180 Newtonmetern für flotte Beschleunigung. Der Motor ist wesentlich leiser als der dreizylindrige Vorgänger, aber ebenso lebendig und reagiert erfreulich gut aufs Gaspedal. Immerhin wiegt die zweitürige Polo-Variante 1071 Kilogramm. Bei unseren ersten Probefahrten mit dem Polo Bluemotion lag der Verbrauch zwischen 3,5 und 4 Litern, wobei wir uns keine Mühe gaben, die Werksangaben zu unterbieten.
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Doch längst ist der Polo nicht mehr das einzige Bluemotion-Modell. Für den Golf wird der 1,6-Liter-Vierzylinder-TDI mit 77 kW (105 PS) verwendet, der das Auto auf eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h bringt. Besonders erfreulich ist das Drehmoment von 250 Nm schon bei 1500 Umdrehungen. Wie der Polo ist der Golf Bluemotion ein vollwertiges, langstreckentaugliches Auto, das seinem Fahrer keine Beschränkungen auferlegt. Der Testverbrauch von 3,8 Litern (99 g/km CO2) lässt sich bei geruhsamer Landstraßenfahrt auch von einem ganz normalen Fahrer erreichen.
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Der neue Polo glänzt mit nur 3,3 Litern Spritverbrauch
Den 1,6er-TDI packt VW jetzt auch in den Passat und den Passat Variant. Der fast 4,80 Meter lange Passat Variant als schwerster Wagen der Gruppe ist mit 1455 Kilogramm kein Leichtgewicht. 4,4 Liter (114 g/km CO2) verbraucht er im Test, ist 190 km/h schnell und erreicht aus dem Stand in 12,7 Sekunden die 100-km/h-Marke.
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In jedem Wagen leise
Dieser neue Vierzylinder-TDI ist in jedem Wagen leise, in den er eingebaut wird, er ist drehfreudig, wenn es darauf ankommt, und er wird bei hohem Tempo auf der Autobahn nicht zum Säufer. Zeigt die Tachonadel auf der Autobahn 200 km/h an, wird der Bluemotion-Motor in Passat Variant und Limousine sanft abgeregelt. Das hilft, den Verbrauch bei schneller Fahrt zu begrenzen. Diese Abregelung führte VW auch bei ganz normalen Ausführungen ein, ebenso den lang übersetzten höchsten Gang. Beim Passat und Passat Variant Bluemotion beschränkte man sich allerdings auf eine nur geringe Verlängerung, da die relativ schwache Motorleistung sonst an Steigungen zum Zurückschalten gezwungen hätte, mit negativen Auswirkungen auf den Verbrauch.
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Alle hier vorgestellten Bluemotion-Varianten besitzen aus Preis- und Gewichtsgründen das bekannte Fünfganghandschaltgetriebe und die sinnvolle Gangempfehlung in der Armaturentafel, die bei allen VW-Autos eingeführt wurde. Alle besitzen die Start-Stopp-Einrichtung, deren Stärke der Kurzstrecken- und Stadtverkehr ist. Fünf Gänge sind nicht zu beanstanden, sie sind richtig übersetzt und den jeweiligen Wagengewichten sehr gut angepasst. Nur sportliche Naturen werden einer höheren Gangzahl nachweinen, aber die sollen sich eine andere Variante mit höherer Motorleistung kaufen.
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VW bietet jetzt auch das Siebengang-DSG in Kombination mit Start/Stopp an; für alle Automatik-Fahrer ist das eine wichtige Nachricht.
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Übrigens können grundsätzlich alle VW-Autos bis hin zum Touareg mit einem Bluemotion-Paket ausgerüstet werden. Die Aufpreise sind moderat und kommen durch den reduzierten Verbrauch in überschaubarer Zeit wieder herein. Die VW-Mitarbeiter haben ausgerechnet, dass man mit einem Polo Bluemotion für ganze 3,50 Euro 100 Kilometer weit fahren kann. Beim Golf sind es vier Euro, bei Passat und Passat Variant 4,70 Euro. Das kann auch ruhig ein Euro mehr werden; der Automobilist freut sich dennoch über die bescheidenen Kosten und die langen Intervalle bis zum nächsten Tankstopp.
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