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Neue Hochschule
Pressesprecher 2.0
Von Linda Wurster
Welche Nachrichten lassen sich am besten über Facebook verbreiten, welche durch eine Pressemitteilung? Das sollen die Studenten an der Quadriga Hochschule in Berlin lernen
 
06. November 2009
Die Kommunikation hat einfach nicht gestimmt - der Satz soll Fehler jeglicher Art erklären, ob in der Ehe, im Unternehmen oder in der Politik. Kommunikation ist folglich wichtig, und wie alles Wichtige braucht sie Manager. Was ein Kommunikationsmanager können muss, formuliert das Internet-Lexikon Wikipedia so: Information systematisch planen und realisieren, Medien entwickeln, Imagepflege betreiben, und zwar in einem langfristigen Horizont. Aha.
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An der neu gegründeten Quadriga Hochschule in Berlin soll man all das lernen können. Systematisch geplant und realisiert wurde jedenfalls die Informationsbroschüre: "Generalisten mit Weitblick" will Quadriga hervorbringen, steht darin, die als Manager in der Führungsetage virtuos das "Kommunikationsorchester" dirigieren.
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Mehrstufiges Auswahlverfahren
Drei berufsbegleitende Studiengänge gibt es, jeder von ihnen bietet höchstens 18 Plätze im Jahr, die Bewerber müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Wer es schafft, kann in "Communication and Leadership" einen Abschluss als Master of Business Administration (MBA) oder Master of Arts machen. Auch ein MBA für "Public Affairs and Leadership" wird angeboten. Zwischen 19.000 und 26.000 Euro kostet die 18 Monate lange Ausbildung, es gibt auch Stipendien.
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Präsident der Hochschule ist Peter Voß, der ehemalige Intendant des Südwestdeutschen Rundfunks. Dem Kuratorium gehören 30 Politiker, Öffentlichkeitsarbeiter und Journalisten an, unter ihnen auffällig viele Chefredakteure - zum Beispiel von der "Deutschen Presse-Agentur", von "Welt" und "Financial Times Deutschland" und vom "Mitteldeutschen Rundfunk". Sollten sie sich nicht eher dem eigenen Nachwuchs widmen, anstatt sich um den in den Pressestellen von Politik und Wirtschaft zu kümmern? "Als Journalist habe ich mir immer gedacht, dass uns auf der sogenannten anderen Seite die richtigen Partner fehlen", versucht sich Peter Voß an einer Erklärung.
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Auch Kuratoriumsmitglied Béla Anda stammt ursprünglich aus dem Journalismus. Er arbeitete für die "Bild"-Zeitung, war unter Gerhard Schröder Regierungssprecher und ist heute "Chief Communication Officer" des Finanzdienstleisters AWD. Dagegen kommt die Berufsbezeichnung seiner Kuratoriumskollegin Stefanie Burgmaier altbacken daher - sie ist Chefredakteurin von "Börse Online". "Man sollte den Blickwinkel des jeweils anderen kennen, deshalb sollten sich auch Journalisten an der PR-Ausbildung beteiligen", sagt sie. Es sei wichtig, dass ein Kommunikationsmanager alle Medien bedienen könne: Radio, Fernsehen, Internet, Magazine, Zeitungen und Agenturen. "Man muss verstehen, wie Medien funktionieren, und sich auf ihre Bedürfnisse einstellen."
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Prophylaxe und Beratung gehört zunehmend zum Job
Richard Lips leitet die Konzernkommunikation der Commerzbank, auch er gehört dem Quadriga-Kuratorium an. "Früher war man Makler zwischen Journalist und Unternehmen - die einzige Frage war, wie gut man vernetzt ist", beschreibt er, was Unternehmenssprecher vergangener Tage machten. Heute gehöre dagegen auch viel Prophylaxe und Beratung zum Job. Béla Anda sagt das so: "In vielen Unternehmen kommt die Kommunikation immer einen Tick zu spät. Wenn wir früher eingebunden werden würden, ließen sich viele Wehklagen vermeiden."
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Nicht immer seien dabei herkömmlichen Medien der einzige Weg zum Ziel. "Manche Nachrichten lassen sich besser über Facebook oder Twitter verbreiten", sagt Anda. "Andere stellt man in den Blog des Unternehmens ein." Andererseits könne eine negative Nachricht, die man mit Mühe und Not aus der Presse herausgehalten habe, heute eben immer noch über Twitter explodieren. Dann bleibt vermutlich auch dem modernen Kommunikationsmanager nur die Hoffnung, dass wenigstens der eigene Chef noch nicht mittwittert.
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F.A.Z.
AP
 
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