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Joseph Beuys in München
Zeige Deine Schönheit
Von Brita Sachs, München
„Unbetitelt“ von 1973, Holzbrett mit Erdskulpturen und Silberfarbe, 12 mal 143 mal 28 cm (750.000 Euro)
 
02. November 2009
Im Februar 1976 installiert Joseph Beuys im "Kunstforum", einem kargen Raum unter dem Münchner Altstadtring, das Environment "Zeige deine Wunde"; für diesen ersten Auftritt in München führte Beuys zwei alte Leichenbahren, mit Fett gefüllte Blechschachteln, Ausgaben der kommunistischen Zeitung "La Lotta Continua" und noch mehr Dinge zusammen, die das Münchner Publikum verstimmen: Als das Lenbachhaus die Arbeit vier Jahre später ankauft, kommt es zu üblen Schimpftiraden seitens der Presse, und Lokalpolitiker fragen mal wieder polemisch, ob es sich hier um Kunst handle.
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Wohl niemand konnte sich damals vorstellen, dass Museen und Privatsammlungen in dieser Stadt einmal viele und bedeutende Werke des umstrittenen Düsseldorfer Künstlers konzentrieren würden. Auch Bernd Klüser nicht, der mit seiner Galerie daran gewichtigen Anteil haben sollte. Er und Jörg Schellmann hatten damals den Anstoß zur Installation im Kunstforum gegeben und in der gemeinsam betriebenen Edition viele der Multiples aufgelegt, mit denen Beuys allen, die sich teure Unikate nicht leisten konnten, den günstigeren Erwerb seiner Kunst ermöglichen wollte.
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Mit Hilfe einer Privatstiftung
„Unbetitelt (Wagen des Hirschführers)“ von 1962, Öl auf Papier, 16 mal 12,9 cm (110.000 Euro)
Kürzlich haben Bernd und Verena Klüser einen bedeutenden Block von zehn Beuys-Originalen aus ihrer privaten Sammlung endgültig der Pinakothek der Moderne übertragen, wo man Arbeiten wie die Zinkwanne "Jason II" oder eine von Beuys eingerichtete Vitrine bislang als Leihgaben bewundern konnte. Zusätzlich erhielt die Pinakothek der Moderne 280 Beuys-Multiples, das entspricht etwa der Hälfte seiner gesamten Auflagearbeiten - selbstverständlich fehlt weder die Capri-Batterie noch das Erdtelefon.
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Auch diese Gruppe kommt von Bernd und Verena Klüser, den Erwerb ermöglichte eine Privatstiftung, die ungenannt bleiben möchte. Was lag zu diesem Anlass näher, als den Künstler mit einer Hommage zu ehren? Die früheste von rund vierzig Arbeiten dieser eindrücklichen und Beuys' zahlreichen Facetten entsprechenden Schau ist eine zarte Zeichnung, die noch zu Studienzeiten im Jahr 1949 entstand.
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„Geometrieaufgabe“ um 1960, Collage und Bleistift auf Papier, 20 mal 28 cm (95.000 Euro)
Bewegend ist auch das jüngste Stück: Es ist ein Kreuz aus zwei dornigen Rosenhölzern, zusammengehalten von einem Eisennagel. Nach Auskunft von Eva Beuys war dies das letzte Werk ihres Mannes; am Tag bevor er ins Krankenhaus kam, hatte er es auf eine große weiße Wand geheftet.
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F.A.Z.
Galerie Bernd Klüser/Mario Gastinger
 
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