| Bis zu fünf Jahre Haft drohen Stefan Ortseifen, falls ihn die Richter schuldig sprechen. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat in der vergangenen Woche Anklage gegen den früheren Chef der Mittelstandsbank IKB erhoben. Mit allen Mitteln soll Ortseifen Anlegern vor zwei Jahren die IKB-Aktien schmackhaft gemacht haben, um den Börsenkurs zu stabilisieren, lautet der Vorwurf der Staatsanwälte. Zuvor hatte sich die Bank auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt verspekuliert, Ratingagenturen hatten die Bonität herabgestuft. Doch eine Pressemitteilung der IKB beschwichtigte: Nur im einstelligen Millionenbereich sei die Bank von der Neubewertung betroffen, die Aussichten seien rosig. Eine Woche später war die IKB fast insolvent. Retten konnte sie nur Geld von anderen Banken, im Wert von insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro. Ortseifen wurde gekündigt. Und er soll zahlen; die Bank fordert Tantiemen in Höhe von 805 000 Euro zurück. Ob und wann dem Manager strafrechtlich der Prozess gemacht wird, entscheidet das Düsseldorfer Landgericht. Dann geht es für ihn um Geld und Freiheit. |